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Schutz gegen Feuereinwirkung:

Bei Datensicherungsschränken nach EN 1047-1 unterscheidet man bezüglich Schutz gegen Feuereinwirkung die Güteklassen S60 und S120. In diesen Güteklassen werden die Schutzschränke darauf geprüft, ob in ihnen bis zu einer Beflammungszeit von 60 bzw. 120 Minuten während eines normierten Testes für die geschützten Datenträger verträgliche Temperaturen erhalten bleiben. Durch Zusätze in der Klassifizierung werden die zu schützenden Datenträger bezeichnet. Die Kürzel bedeuten im einzelnen:

P = Papierdokumente

D = Datenträger mit Belastungsgrenzwert bis 70° C (z. B. Magnetbänder, Filme)

DIS = Datenträger mit Belastungsgrenzwert bis 50° C (z. B. Disketten, Magnetbandkassetten einschließlich aller anderen Datenträger)

Die Unterschiede zwischen den Klassen liegen in der Isolationsleistung, die bei DIS-Schränken am höchsten ist. Für den normalen Schutzbedarf sollten bei Schutz gegen Feuer Datensicherungsschränke der Güteklasse S60 ausreichend sein. Für die Verwendung als Serverschränke werden Datensicherungsschränke nach EN 1047-1 oder Datensicherungscontainer nach EN 1047-2 mit einer Klimaanlage angeboten. Bei Schutzschränken, die zum Schutz vor Feuer und Rauch dienen, sollte eine Vorrichtung zum automatischen Schließen der Türen im Brandfall vorgesehen werden. Die Schließung sollte lokal durch Rauchgasmelder und/oder extern durch ein Signal einer Brandmeldeanlage (soweit vorhanden) ausgelöst werden können.

Schutz gegen unbefugten Zugriff:

Der Schutzwert gegen unbefugten Zugriff wird neben der mechanischen Festigkeit des Schutzschrankes entscheidend durch die Güte des Schlosses beeinflusst. Für den normalen Schutzbedarf sollten Wertschutzschränke nach EN 1143-1 "Wertbehältnisse - Anforderungen, Klassifizierung und Methoden zur Prüfung des Widerstandes gegen Einbruchdiebstahl, Teil 1: Wertschutzschränke, Wertschutzschränke für Geldautomaten, Wertschutzraumtüren und Wertschutzräume" oder Sicherheitsschränke nach EN 14450 "Wertbehältnisse - Anforderungen, Klassifizierung und Methoden zur Prüfung des Widerstandes gegen Einbruchdiebstahl - Sicherheitsschränke" eingesetzt werden. Sicherheitsschränke liegen im Widerstandswert unterhalb von Wertschutzschränken. Sind Zugriffsschutz und Brandschutz in Kombination erforderlich, so können Datensicherungsschränke verwendet werden, die sowohl die Anforderungen der EN 1143-1 als auch der EN 1047-1 erfüllen (sogenannte Duplexschränke).

Bei der Auswahl von Schutzschränken ist auch die zulässige Deckenbelastung, also die Tragfähigkeit des Fußbodens, am Aufstellungsort zu berücksichtigen. Außerdem sollte im Vorfeld geprüft werden, wie der Schutzschrank an den Aufstellungsort transportiert werden kann. Dazu gehört die Tragfähigkeit der Aufzüge, die Breite der Treppen, Flure und Türen zu kontrollieren.

Nach diesen Auswahlkriterien für den Schutzwert des Schutzschrankes ist als nächstes die Ausstattung des Schrankes bedarfsgerecht festzulegen. Dazu sollte vor der Beschaffung eines Schutzschrankes festgelegt werden, welche Geräte bzw. welche Arten von Datenträgern in ihm aufbewahrt werden sollen. Die Innenausstattung des Schutzschrankes ist dieser Festlegung angemessen auszuwählen. Nachrüstungen sind in der Regel schwierig, da der Schutzwert des Schrankes und seine spezifische Zulassung beeinträchtigt werden können. Es sollte auch Raum für zukünftige Erweiterungen mit eingeplant werden.

In Serverschränken sollte außer für den Server und eine Tastatur auch Platz für einen Bildschirm und weitere Peripheriegeräte wie z. B. Bandlaufwerke vorgesehen werden, damit Administrationsarbeiten vor Ort durchgeführt werden können. Dazu ist zu beachten, dass die Ausstattung ergonomisch gewählt ist, damit Administrationsarbeiten am Server ungehindert durchgeführt werden können. So ist zum Beispiel ein ausziehbarer Boden für die Tastatur wünschenswert, der in einer Höhe angebracht wird, dass der Administrator seine Arbeiten sitzend durchführen kann. Je nach Nutzung des Schrankes können auch eine Klimatisierung und/oder eine USV-Versorgung erforderlich sein. Die entsprechenden Geräte sollten dann im Schrank mit untergebracht werden. Andernfalls muss zumindest eine Lüftung vorhanden sein. Die Ausstattung des Schrankes mit einem lokal arbeitenden Brandfrüherkennungssystem, das im Brandfall die Stromzufuhr der Geräte unterbricht (auf der Eingangs- und der Ausgangsseite der USV, sofern diese vorhanden ist), ist empfehlenswert.

Nicht im gleichen Schrank untergebracht werden sollten Backup-Datenträger und Protokolldrucker. Backup-Datenträger würden im Falle einer Beschädigung des Servers vermutlich ebenfalls beschädigt. Die Protokollierung der Aktionen am Server dient auch zur Kontrolle des Administrators. Es ist also nicht sinnvoll, ihm, gegebenenfalls sogar als Einzigem, Zugriff auf die Protokollausdrucke zu gewähren.

Grad nach EN 1143-1Versicherungssummen
(gewerbliche Nutzung)
ohne EMA (in €
Versicherbar bis
(gewerbliche Nutzung)
mit EMA (in €)
Versicherbar bis (private Nutzung)
ohne EMA (in €)
Versicherbar bis
(private Nutzung)
mit EMA (in €)
Klasse S1 nach EN 14 450 2.500 --- 5.000 ---
S2 nach EN 14 450 2.500 --- 20.000 ---
0 (N) 10.000 20.000 40.000 80.000
I 20.000 40.000 65.000 130.000
II 50.000 100.000 100.000 200.000
III 100.000 200.000 200.000 400.000
IV 150.000 400.000 400.000 800.000
IV (KB) 250.000 500.000 500.000 1.000.000
V 250.000 500.000 500.000 1.000.000
V (KB) 375.000 750.000 750.000 1.500.000
VI 375.000 750.000 750.000 1.500.000
VI (KB) 500.000 1.000.000 1.000.000 2.000.000